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Biblische Feste und Feiertage
Der Versöhnungstag (Jom Kippur)
3. Mose 23,26-32
"Und der HERR redete zu Mose und sprach: Am zehnten Tag in diesem siebenten Monat ist der Versöhnungstag, da sollt ihr eine heilige Versammlung halten und eure Seelen demütigen und dem HERRN Feueropfer darbringen; und ihr sollt an diesem Tage keine Arbeit verrichten; denn es ist der Versöhnungstag, zu eurer Versöhnung vor dem HERRN, eurem Gott. Welche Seele sich aber an diesem Tage nicht demütigt, die soll ausgerottet werden aus ihrem Volk; und welche Seele an diesem Tag irgend eine Arbeit verrichtet, die will ich vertilgen mitten aus ihrem Volk. Ihr sollt keine Arbeit verrichten. Das ist eine ewig gültige Ordnung für eure Geschlechter an allen euren Wohnorten. Ihr sollt Sabbatruhe halten und eure Seelen demütigen. Am neunten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr die Feier beginnen, und sie soll währen von einem Abend bis zum andern."
Jom Kippur ist der höchste und heiligste jüdische Festtag. Er wurde am 10. Tischri (September/Oktober), zehn Tage nach Rosch ha-Schanah begangen. Es war ein Tag* strengen Fastens, an dem jegliches Essen, Trinken, Rauchen und Kosmetika verboten waren. Auch Baden, körperliche Nähe und luxuriöse Kleidung war nicht erlaubt.
An Jom Kippur (wörtl. "Tag" und "Versöhnung" oder "Bedeckung"**) wurde für die Aussöhnung mit Gott gebetet. Zwischenmenschliche Beziehungen mussten in den Tagen davor bereinigt werden.
Die Versammlung im Tempel bzw. in den Synagogen begannen mit den Worten "Kol nidre" (aramäisch für "alle Gelübde"), womit alle unbedachten Gelübte gegenüber Gott für ungültig erklärt werden sollten. Männer trugen weiße Gebetsmändel oder ein weißes Totenkleid, das sie auch bei ihrer Grablegung bedeckte. Auch die Gegenstände im Tempel waren weiß abgedeckt.
Nach der Zerstörung des Tempels konnten die angeordneten Opfer nicht mehr gebracht werden. An ihre Stelle traten drei Gebetsdienste, um Versöhnung mit Gott zu bewirken.
Am Nachmittag wurde das Buch des Propheten Jona vorgelesen, der vor Gott geflohen war, nach seiner Reue und Umkehr aber wieder Gnade gefunden hat.
Beendet wurde der Tag mit dem "Schma Israel" ("Höre, Israel, …")1 und dem Ton des Schofars.
Der Versöhnungstag war der einzige Tag des Jahres, an dem der Hohepriester das Allerheiligste des Tempels (zuvor der Stiftshütte) betreten durfte.2 Bis zur babylonischen Gefangenschaft befand sich darin die Bundeslade. Er trug dazu ein weißes Leinengewand mit goldenem Brustschild, anstelle der sonst üblichen farbigen Kleidung.3
Das Allerheiligste war entsprechend Gottes Gebot von oben bis unten mit einem schweren Vorhang verdeckt.4 In dem Moment, als Jesus am Kreuz von Golgatha starb, zerriss der Vorhang im Tempel von oben nach unten in zwei Stücke.5 Das Allerheiligste, was Menschen weder betreten noch sehen durften, war jetzt offen und für alle sichtbar. Durch seinen freiwilligen Opfertod hat Jesus Christus den Weg zu Gott für alle frei gemacht, die ihn gehen wollen!6
Bibelstellen zum Text:
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* Nach jüdischem Kalender begann der Tag mit der Abenddämmerung und endete am darauffolgenden Tag am Abend.
** Darauf ist auch die Bezeichnung "Kippa", der jüdischen Kopfbedeckung, zurückzuführen.
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